Bahnhof Neulewin

Der letzte Bahnhofsvorsteher von Neulewin, war Herr Vogler.
Die Oderbruchbahn besteht seit 1965 nicht mehr, war aber vorher sehr nötig.
Die Infrastruktur im Oderbruch war auf einem niedrigen Stand.
Die einzige Verbindung zwischen den Dörfern waren um 1900, Feldwege.
Die vorhandenen Straßen waren Kopfpflasterstraßen, mit einem Sommerweg an der Seite. Alle Fuhrwerke zu damaliger Zeit hatten Holzräder mit Eisenreifen.
Da war der Bau einer Bahnlinie ein großer Fortschritt. 
Die Bauern und vor allem die großen Güter, hatten erhebliche Probleme um ihre Erzeugnisse in die Stadt zu bekommen.
Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse, Vieh, alles konnte mit der Oderbruchbahn transportiert werden.
Herantransportiert wurden, Brikett, Baumaterial, Rübenschnitzel, Düngemittel,.u.u. .
Außerdem brachte der Zug täglich, die Post, Stückgut, Frachtgut und Expressgut als Eilstückgut.
Diese Transportgüter in großen Massen, machten den Transportbetrieb der Bahn rentabel.
Und weil es noch keinen Busverkehr gab, war die Bahn die einzige Möglichkeit um in die Stadt, oder auch zur Arbeit bzw. zum Einkauf zu kommen.

Die Zugfolge war Richtung Wriezen 6:30 Uhr und 16:30 Uhr
Richtung Groß Neuendorf 11:00 Uhr und 22:00 Uhr.

Die kleine Lokomotive mit offenem Führerstand ohne Tender, hatte außerdem Gepäckwagen und zwei Personenwagen, manchmal bis zu 20 Güterwagen zu ziehen. Diese wurden in den einzelnen Bahnhöfen an oder abgehangen. Die Fahrgäste mussten dann so lange warten.

Aber um 1965 übernahmen immer mehr Busse den Personenverkehr. LKW übernahmen den Güterverkehr, somit stellte die Oderbruchbahn den Verkehr ein, eigentlich Schade.

Nachzutragen wäre noch die Tätigkeit des Stationsvorstehers damals Fahrkartenverkauf, Express und Stückgutabfertigung, Waggonabfertigung, Frachtbriefe und Waggonzettel
Auf die Besenreinheit der entladenen Waggons achten
Auf die Beladungsgrenze der Waggon achten
Entladezeit beachten. Die Entladezeit der Waggons war bis zum nächsten Zug, 
bei Überschreitung: 1 000.- Mark Standgeld.
Weichen schmieren, Sauberkeit im ganzen Bahngelände, mit Bahntelefon,
Vorinformationen von Güterwagengestellung und die Informationen der Verlader
Abfahrzeiten dem Nachbarn und Wriezen melden. Dadurch wusste der Bahnhof Wriezen wo sich der Zug zurzeit aufhält.

Der Bahnhof war ein Schmuckstück des Dorfes. Die Bahnhöfe hatten ein Wettbewerb unter sich, wer hat den schönsten Bahnhof.

Aber die Zeit geht darüber hin, von den jungen Menschen heute, kann sich keiner vorstellen, dass solch ein Bahnhof ein Kommunikationszentrum im Dorf war.